mavy mobility Startup Story
Startup Story – mavy mobility

Vom Startup Village Jülich in die Smart City: mavy mobility über Vernetzung und Strukturwandel

Als am 24. Juni 2026 im Brainergy Park Jülich der Grundstein für den neuen Mobility Hub gelegt wurde, war Janne Obert nicht nur Gast, sondern sie stand auf der Bühne im Startup Village Jülich. Der Mobility Hub, ein viergeschossiges Parkhaus in Holzhybridbauweise mit rund 200 Stellplätzen, ist eines von mehreren Bauprojekten, mit denen der Brainergy Park derzeit wächst. Als Mitgründerin der mavy mobility GmbH hielt sie eine Rede vor zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Dass ein Startup aus dem Startup Village Jülich bei diesem Moment das Wort ergriff, passte ins Bild. Wer wie mavy selbst von der Unterstützung eines Startup-Hubs profitiert hat, kann besonders glaubwürdig erklären, warum solche Orte für junge Unternehmen wichtig sind.

Von der Parkplatzsuche zur vernetzten Mobilität

Was mavy mobility konkret macht, erklärt auch, warum Janne genau hier die richtige Stimme war. Das Startup löst ein alltägliches Problem des urbanen Verkehrs: die Parkplatzsuche. Über eine App können Nutzende Stellplätze buchen, spontan oder im Voraus und für verschiedene Fahrzeugtypen. Dank offener Schnittstellen lassen sich weitere Mobilitätsformen einbinden, etwa Leihräder, E-Scooter oder ÖPNV-Tickets. Ziel ist eine nahtlose Mobilitätsplattform für die Smart City, bei der der Wechsel zwischen Verkehrsmitteln ohne Medienbruch funktioniert.

Seit den ersten Schritten Anfang 2024 hat sich mavy kontinuierlich weiterentwickelt. Das Team wurde unter anderem für den Kuer Businessplan Wettbewerb NRW ausgewählt, war 2025 auf der Hannover Messe vertreten und wird von Akteuren wie der Stadt Köln, der KfW und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen unterstützt. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg war die Teilnahme am ZEBRA Investment Masterclass Programm, einem der Startup-Programme des Startup Village Jülich, die Gründungsteams gezielt auf Investorengespräche und Finanzierungsrunden vorbereiten.

Mehr als Geld: Orte, die ernst nehmen

In ihrer Rede sprach Janne offen darüber, was den Standort Jülich für mavy bedeutet: „Der Brainergy Park Jülich ist mehr als ein Standort; er ist ein Leuchtturm für grüne Technologien in Nordrhein-Westfalen. Dass wir im Startup Village Jülich wachsen dürfen, war für uns ein Gamechanger.“ Der Brainergy Park Jülich ist ein 52 Hektar großes interkommunales Gewerbegebiet im Rheinischen Revier, das sich den Themen neue Energien und Energiewende widmet. Das Startup Village Jülich ist das Startup-Ökosystem innerhalb dieses Areals und ein Projekt der Brainergy Park Jülich GmbH. Es ist zugleich Teil eines größeren Vorhabens: Gemeinsam mit dem im Bau befindlichen Brainergy Hub, der funktionalen und räumlichen Erweiterung des Startup Village Jülich in Richtung forschungsnaher Technologieentwicklung, entsteht hier ein durchgängiges Startup-Areal – von der ersten Gründungsidee bis zur langfristigen Unternehmensansiedlung.

Im Gespräch danach wurde Janne konkreter, warum ein Gründungsökosystem wie das Startup Village Jülich für junge Unternehmen so entscheidend ist. Finanzielle Förderung für Startups, etwa für grüne Gründungen, sei wichtig, aber eben nicht alles. Mindestens genauso wichtig seien Orte, an denen man mit seinen Ideen ernst genommen und zugleich herausgefordert wird. Orte, an die man gerne kommt, an denen gute Vernetzung möglich ist und an denen man Dinge lernt, die man als Gründer:in am Anfang einfach noch nicht wissen kann. Genau das können aus ihrer Sicht die Startup-Hubs in NRW leisten. Sie sind Anlaufpunkte, an denen sich Wissen, Austausch und Vernetzung bündeln

Besonders hebt sie im Startup Village Jülich die Nähe zur Wissenschaft hervor. Die Verbindung zwischen dem kaufmännischen Rüstzeug, das ein Startup braucht, und dem Wissen aus Forschung und Universität sei in Jülich besonders eng, ein Punkt, bei dem viele Regionen noch nachziehen könnten: wie man kluge Ideen aus der Universität schneller in die Praxis bringt.

Strukturwandel als Chance

Für Janne steht die Grundsteinlegung für etwas Größeres: „Was vor Jahren noch als Verlust wahrgenommen wurde, das Ende des Kohleabbaus, verwandelt sich hier in eine enorme Chance.“ Ein viergeschossiges Parkhaus aus heimischem Holz, mit Photovoltaik auf dem Dach und Ladepunkten für E-Fahrzeuge, mitten in einer ehemaligen Bergbauregion, das sei kein Symbolprojekt, sondern der Beweis, dass klimafreundliches Bauen und moderne Mobilität zusammengedacht werden können.

Für sie steckt darin sogar noch mehr: Der Hub stehe nicht nur für eine neue Art zu bauen, sondern auch für eine neue Art der Zusammenarbeit. Was bei der Grundsteinlegung des Mobility Hub mit Holzdübeln verbunden werde, sei mehr als Holz, es sei die Verankerung eines Netzwerks aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Genau diese enge Verzahnung sei es, die eine Region wie das Rheinische Revier brauche, um echten Strukturwandel zu schaffen. Orte, an denen Startups gedeihen, Wissenschaft praktisch wird und Politik mutige Projekte ermöglicht.

Dass eine Gründerin aus dem Startup Village Jülich bei diesem Anlass sprach, war damit folgerichtig: Sie und mavy stehen exemplarisch für das, was durch dieses Zusammenspiel möglich wird. Vielleicht ist es bald die App, mit der man morgens den Stellplatz bucht und abends den Scooter, Der Grundstein hierfür, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, ist gelegt.

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